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Portfolio-Projekt im Deutschunterricht

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 Unterrichtsideen: Mythen  Medien: ClassBlogFolio

Kurzinfo
Unterrichtsideen
Diese Seite enthält Unterrichtsideen, die du ausprobieren oder hier diskutieren kannst.

Dieser Artikel dokumentiert ein Portfolio-Projekt im Deutschunterricht einer 7. Klasse, das Klaus Dautel durchgeführt hat.

Inhaltsverzeichnis

Das Portfolio in Klasse 7: Ein Jahresprojekt in vier Phasen

Nuvola apps edu miscellaneous.png   Unterrichtsidee
  • Das Projekt erstreckte sich über das ganze Schuljahr 2003/4 und entwickelte sich quasi von selbst, d.h. die nächsten Schritte/Phasen ergaben sich aus der Auswertung der vorhergehenden.
  • Das Ziel war Schreibübung, Textsortenerweiterung, Lese-Impulse, Kooperationsbereitschaft, Medieneinsatz, Reflexionsfähigkeit und selbstverantwortetes Arbeiten.
  • Die Durchführungsmethode: Es werden regelmäßige Portfoliostunden zur Verfügung gestellt, in denen die Schüler entweder alleine schreiben oder miteinander über Geschriebenes kommunizieren können, nach Bedarf Zugang zu Computern haben und sich mit dem Lehrer beraten. In regelmäßigen Abständen werden die Mappen vom Lehrer eingesammelt, gelesen und daraus weitere Arbeitsvorgaben abgeleitet: Textsorten, Themen, Verbesserungsvorschläge (=> siehe Phasenblätter 1 - 4).
  • Die Ergebnisse (Mappen) sind erfreulich vielfältig; die ‚Portfoliostunde‘ erwies sich bei einer Klassengröße von 33 als das Hauptproblem: Regelmäßigkeit, Disziplin, Chance zur individuellen Beratung durch den Lehrer.
Bildausschnitt aus Brunner/Schmidinger:Leistungsbeurteilug in der Praxis S.84

Phase I. Autorenbiografie und Schreibregeln

Vorstellung des Begriffes und des Projektes ‚Portfolio‘

Pflicht:

  • AutorInnenbiografie: meine bisherigen Schreiberfahrungen und Vorlieben
  • eine Fantasiegeschichte und drei weitere Texte nach eigener Wahl


Regeln:

  1. Mindestens ein Text soll mit dem Computer verfasst sein und mindestens ein Text von Hand geschrieben werden.
  2. Mindestens ein Text soll mit Mitschülern durchgesprochen sein; der/die Mitschüler/in verfasst einen hilfreichen Kommentar und unterschreibt mit Namen und Datum (=> Redakteur/Lektor).
  3. Ein Text kann im Teamwork mit einem Mitschüler verfasst sein, dann unterschreiben beide Ko-Autoren gleichwertig.


Leitfragen für die 'AutorInnenbiografie':

Schreibst du gern? Hat sich das im Laufe der Schulzeit geändert? Wie?
Was waren bzw. sind deine Schreibgewohnheiten
Überlege, was du schon alles geschrieben hast: Briefe, Postkarten, Tagebuch, Geschichten, Gedichte, Berichte
Was fiel dir leicht, was hast du freiwillig getan?
Was fällt dir schwer? Warum?
Wo, unter welchen äußeren Umständen schreibst du am liebsten?
Wie stellst du dir deinen idealen Schreibplatz vor?
Worin liegen deine Schreibstärken, bei welchen Themen oder Textsorten?
Hast du ein Lieblingsthema?“

Phase II. Textsortenerweiterung: Sachtexte

Pflicht:

  • Eine Personenbeschreibung (Zielperson nach freier Wahl)
  • Ein Essay zu einem selbst gewählten Thema

Erläuterungen zu den Textsorten Portrait und Essay werden auf einem Infoblatt gegeben. Zum Beispiel zum Essay eine Reihe von Themenvoschlägen:

Was macht gute Freundschaft aus; wie stelle ich mir Unterricht/Schule vor; was erwarte ich von meinem Lieblingsfach; wer könnte ein Vorbild für mich sein; wie stelle ich mir die bzw. meine Zukunft vor; welcher Beruf könnte mir gefallen; warum ich etwas nicht (oder auch besonders gut) leiden kann; was ich von dieser oder jener Fernsehsendung halte ...


Halbzeit/Zwischenbericht: Lehrer-Feedback zu allen Portfolios mittels Kommentar auf der Basis gemeinsam vereinbarter Güte-Kriterien(siehe auch letzter Abschnitt: 'Bewertung'):

Feedback.jpg



Phase III. Schreiben zu Gelesenem

Pflicht:

  • Verfasse einen Text, der auf einen anderen Text (Zeitungsartikel, Roman) Bezug nimmt, ihn kommentiert, weiterschreibt, zusammenfasst. Auch die Kommunikation mit Autor und Protagonisten ist möglich. (Vorschläge auf =>Phasenblatt III)

In dieser Phase wurde im Unterricht ein Jugendbuch-Lese-Projekt durchgeführt (Louis Sachar: Löcher), wodurch jeder Schüler genügend Lesestoff und Anregungen bekommen konnte.

Phase IV. „Epilog“: Resümieren und Gestalten

Pflicht:

  • abschließende Durchschau der eigenen Textsammlung, Besprechung ausgewählter Texte nach Leitfragen
  • Vervollständigung des Inhaltsverzeichnisses (Reihenfolge und Gruppierung der Texte)
  • eventuell Umschlaggestaltung in Kooperation mit dem Fach Kunsterziehung.

Leitfragen für das Resümee:

  • Welche Texte in deiner Mappe sind für dich die gelungensten?

Und jetzt für jeden Text:

  • Was hat dich dazu angeregt, gerade dieses Thema zu wählen und
  • Warum hast du den Text so geschrieben?
  • Würdest du das heute anders machen?
  • Möchtest du wieder einmal - z.B. im nächsten Schuljahr - ein Portfolio erarbeiten und was sollten wir dabei anders und besser machen?



Schüler-Selbsteinschätzung

Reflexion.gif

Bewertung

Die Güte-Kriterien für die Beurteilung des Portfolios, wie sie zur Halbzeit mit der Klasse im Gespräch vereinbart wurden. Die Reihenfolge entspricht der Gewichtung!

  1. Vollständigkeit: Sind alle Texte vorhanden? Wurden darüber hinaus Texte geschrieben?
  2. Gestaltung: Ist die Mappe, sind die Texte ordentlich, liebevoll und einfallsreich gestaltet?
  3. Abwechslung: Sind verschiedenartige Textsorten verfasst worden?
  4. Sprachliche Richtigkeit: Stimmen Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung?
  5. Selbstdarstellung und Selbstbegutachtung (Lehrerwunsch): Wie gut kann der Schüler über sich und seine Produkte nachdenken und schreiben?

Die Note zählt als letzte Klassenarbeit!

Siehe auch