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Beobachtung

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Unter Beobachtung definiert man die absichtliche, aufmerksam-selektive Art des Wahrnehmens, die ganz bestimmte Aspekte auf Kosten von anderen beachtet. Gegenüber dem üblichen Wahrnehmen ist Beobachten planvoller, selektiver, von einer Suchhaltung bestimmt und von vornherein auf eine Auswertung des Beobachteten im Sinne der übergreifenden Absicht gerichtet. Im alltäglichen Verhalten gehen Wahrnehmen und Beobachten oft unmerklich ineinander über. (nach Graumann, 1966)

Beobachtungskriterien

Nach Feger (1983) gibt es zwei wesentliche Kriterien für die wissenschaftliche Beobachtung:

  • Die übergreifende Absicht ist, eine wissenschaftliche Annahme zu prüfen.
  • Die Beobachtung stimmt in Planung und Bewertung wissenschaftlichen Kriterien überein. Zu ihnen zählen:

I. Objektivität: Unter Objektivität des Untersuchungsinstruments versteht man die die Unabhängigkeit der Messung von den Personen, die das Messinstrument anwenden.

II. Reliabilität: Unter Reliabilität versteht man die Reproduzierbarkeit einer Messung mit einem Untersuchungsinstrument unter gleich bleibenden Bedingungen.

III. Validität: Unter Validität versteht man die Übereinstimmung eines Ergebnisses mit dem tatsächlichen Sachverhalt.

Strukturierte und unstrukturierte Beobachtung

Bei der wissenschaftlichen Beobachtung ist es notwendig, zwischen strukturierter und unstrukturierter Beobachtung zu unterscheiden.

  • Unstrukturiert beutetet, dass nur ein grober Rahmen vorgegeben ist und nur wenige Hauptbeobachtungskatgorien erfasst werden, deren Auftreten vom Beobachter wie eine offene Frage notiert wird. Aufgeschrieben wird letztendlich nur das, was konkret zum Beobachtungsgegenstand auffällt, ohne es zu strukturieren (keine systematische Vorgehensweise) oder kommentieren.
  • Strukturierte Beobachtung dient in erster Linie der Exploration oder ist als Pilot-Studie angelegt, um die Grundlage für die Erstellung entsprechender Beobachtungskategorien zu schaffen.

Der strukturierten Beobachtung, wie wir es auch bei uns vorfinden, liegt dagegen ein festes Beobachtungsschema zugrunde. Hierbei wird nach einem differenzierten System, dessen Beobachtungskategorien im Voraus festgelegt wurden, gearbeitet. Vorausgesetzt ist dem beispielsweise ein Merkmalssystem, bei dem innerhalb einer vorher festgelegten Beobachtungseinheit das Auftreten eines durch Fragestellung und Hypothese festgelegten Merkmals protokolliert wird. Wichtig hierbei ist die klare Operationalisierung des Merkmals wie auch die Festlegung der Beobachtungseinheit.

Bei einer strukturierten Beobachtung ist nebenbei notwendig zu entscheiden, ob die Beobachtung teilnehmend oder nicht teilnehmend, offen oder verdeckt stattfinden soll.

  • Teilnehmend bedeutet, dass der Beobachter selbst in der Gruppe, in der er beobachtet, aktiv ist, und dementsprechend meint nicht teilnehmend, dass er von außen die Personen beobachtet.
  • Offen dagegen heißt, dass der Beobachter sich zu erkennen gibt, und verdeckt, dass die Personen nicht wissen, dass sie beobachtet werden.

Literatur zu Beobachtung und Verfahren

Cardenas, Barbara.: Diagnostik mit Pfiffigunde. Ein kindgemäßes Verfahren zur Beobachtung und Wahrnehmung und Motorik bei Kindern von 5-8 Jahren.