Banner-EduCamp-Hattingen-2014.png

Andreas Müller

aus ZUM-Wiki, dem Wiki für Lehr- und Lerninhalte auf ZUM.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Andreas Müller (1950) hat maßgeblich die Theorie des Lernens mit beeinflusst. Er ist nicht nur Theoretiker im pädagogischen Bereich, sondern auch im psychologischen Bereich. Er erreicht damit ein breites Spektrum des Unterrichts. Andreas Müller hat als Autor verschiedene Bücher geschrieben. Er schrieb zum Beispiel „Nachhaltiges Lernen“, „Lernen steckt an“ (2001) und sein neuestes Buch: „Mehr ausbrüten, weniger gackern“ (2008).

Dabei ist er Besitzer und Direktor des Instituts Beatenberg. Das ist ein Institut in der Schweiz, an dem eigenständiges Lernen im Vordergrund steht. Jeder Schüler wird in allen Fächer und in altersunabhängigen Niveaugruppen unterrichtet. Es ist eine der innovativsten Modellschulen. Außerdem ist Andreas Müller Mitbegründer und Präsident des Instituts für LernCoaching und Lernkultur (ILCL) in Zollikerberg/Zürich.

Andreas Müller hat die Handelsschule besucht und im Anschluss hat er ein Studium in angewandter Psychologie mit dem Schwerpunkt Berufsberatung abgeschlossen. Nach dem Studium schlug er zunächst eine journalistische Laufbahn ein, um dann aber wieder zur Pädagogik zurückzukehren.

Inhaltsverzeichnis

Leitsatz

Bei Andreas Müller steht „Freude am Lernen, die ein Leben lang anhält“ zentral. Dabei hat er den folgenden Leitsatz: „Relations and Questions are My Way to Succes."

Relations: Es gibt kein Lernen ohne Beziehung. Dabei geht es um die Beziehung zu sich selbst. Das heißt, die Schüler haben Selbstvertrauen und akzeptieren sich selbst . Wer zufrieden mit sich selber ist, hat einen guten Ausgangspunkt für das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Aber es geht auch um die Beziehung zu anderen und zu den Dingen um sich herum. Die Beziehung zu anderen wird immer wichtiger in dieser Gesellschaft, zum Beispiel bei Teamarbeit oder Networking. Die Beziehung zu den Dingen bedeutet ein persönliches Verhältnis zu den Dingen, man muss sich für irgendwas interessieren, sonst ist es schwerer es sich zu merken.

Questions: Lernen heißt Fragen stellen[1]. Man muss an sich und anderen Fragen stellen. Fragen stellen heißt, dass man neugierig ist, dass man an etwas interessiert ist. Fragen stellen ist ein Treibstoff. Heutzutage ist das Stellen von Fragen in der Schule eher unerwünscht. Wenn eine Frage gestellt wird, dann hat Derjenige die Erklärung nicht verstanden und scheint dumm zu sein. Er stört, da der Lehrer von seinem Programm abweichen muss. In der Schule muss eine Kultur entwickelt werden, in der das Stellen von Fragen normal ist und gefördert wird.

Zum Fragen stellen gehört auch das Reflektieren.

My Way: Das Lernen hat kein Endziel. Es ist ein Prozess, der immer weiter geht, es ist eine Reise. Diese Reise wird von den Schülern selbst bestimmt. Die Schüler steuern ihr Lernen selbst, selbstgesteuertes Lernen. Die Lehrer sollten die Schüler in diesem Prozess begleiten.

Succes: Erfolg sind nicht die Noten, es sind nur die Resultate. Nein, Erfolg ist das Gefühl, dass man es kann, dass man es geschafft hat. In der Psychologie wird es auch Selbstwirksamkeit genannt. Und wer Erfolg gespürt hat, wird so weiter machen, um noch mal Erfolg zu erfahren. Erfolg gibt Selbstvertrauen.

Dieser Leitsatz bedeutet, dass Lernen ein ganzheitlicher Vorgang ist. In der heutigen Schule wird dieser Vorgang nicht oder nicht immer berücksichtigt. Falls sich in den Schulen etwas ändern soll, bedeutet dies, dass sie sich selber (vielleicht) unbequeme Fragen stellen müssen und umdenken müssen. In seinem Buch „Wenn nicht ich, ..? Und weitere unbequemen Fragen zum Lernen in Schule und Beruf“ wird auf diese Fragen eingegangen.

Weitere Aussagen

Als Schule, die sich verändern will, benötigt man Anregungen und Arbeitsmittel. Im Buch „Erfolg! Was sonst? Generierendes Lernen macht anschlussfähig“ werden Arbeitsmittel vorgestellt, die die schulische Arbeit wirkungsvoll unterstützen können.

Und in dem Buch „Lernen und wie?!" werden viele Tipps gegeben für die Schulpraxis.

Andreas Müller weiß als Theoretiker, wie man die Theorie in der Schulpraxis einsetzen kann. Die Basis seiner Theorie sind drei Stichwörter: Beziehung, Fragen stellen und Erfolg.


Quellenverzeichnis

  • Müller, Andreas (2004): Lernen - und wie?! Gebrauchsanweisungen für den Lernerfolg. Bern: h.e.p. Verlag
  • Müller, Andres ( 2002): Wenn nicht ich, … ? Und weitere unbequeme Fragen zum Lernen in Schule und Beruf. Bern: h.e.p. Verlag. ISBN 978-3-03905-311-7
  • Müller, Andreas (2007): Erfolg! Was sonst? Generierendes Lernen macht anschlussfähig. Bern: h.e.p. Verlag. ISBN 978-3-03905-310-0

Anmerkungen

  1. Müller 2001, Seite 32

Linkliste

"Andreas Müller, Gründer des Instituts Beatenberg als Schweizer Privatschule, stellt sein methodisches Lehr- und Lernprinzip vor. Eine Dokumentation zum Nachhören von einer Veranstaltung des KörberForums in Hamburg."