Nernst-Gleichung

Aus KAS-Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Nernst-Gleichung beschreibt den Einfluss der Konzentration auf das Potential eines Redoxsystems.
Allgemein lässt sich die Nernst-Gleichung wie folgt formulieren:

LaTeX: E%20%3D%20E%5E%5Ccirc%20%2B%20%5Cfrac%7BRT%7D%7Bz_e%20F%7D%5Cln%5Cfrac%7Ba_%5Cmathrm%7BOx%7D%7D%7Ba_%5Cmathrm%7BRed%7D%7D

Unter Standardbedingungen vereinfacht sich die Nernst-Gleichung und man betrachtet nur noch die Abhängigkeit von der Konzentration.

LaTeX: E%20%3D%20E%5E%7Bo%7D%2B%5Cfrac%7B0%7B%2C%7D059%20V%7D%7Bz_e%7D%5Clg%5Cfrac%7B%28c_%5Cmathrm%7Box%7D%29%5Ea%7D%7B%28c_%5Cmathrm%7Bred%7D%29%5Eb%7D



LaTeX: E Elektrodenpotential

LaTeX: E° Standardelektronenpotential

LaTeX: R molare Gaskonstante

LaTeX: T Temperatur in Kelvin

LaTeX: z_e Anzahl der übertragenen Elektronen

LaTeX: F Faraday-Konstante

Inhaltsverzeichnis

Herleitung der Nernst-Gleichung



Am Beispiel einer Konzentrationszelle aus einer Standard-Silber-Halbzelle[1] und einer Silberhalbzelle mit unterschiedlichen Konzentrationen lässt sich die Nernst-Gleichung in einfacher Form ableiten.
Variiert man nämlich die Konzentration der Nicht-Standard-Silberzelle und misst die resultierende Spannung, kann man die Messreihe mit Hilfe der Logarithmus-Funktion linearisieren:

LaTeX: %20U%20%3D%200%2C059%20V%5Clg%5Cfrac%7Bc_%7BA%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%7Bc_%7BD%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%20

wobei LaTeX: c_A die Konzentration in der Donator-Halbzelle angibt und LaTeX: c_D die Konzentration in der Donator-Halbzelle. Unser Ziel ist es aber, die Spannung in einer einzelnen Zelle bestimmen zu können. Dazu macht man sich am besten klar, dass die Zellspannung die Differenz der einzelnen Elektroden-Potentiale (Quantitative Redoxreihe) der Halbzellen ist:

LaTeX: %20U%20%3D%20E_%7BA%7D%20-%20E_%7BD%7D%20%3D%200%2C059%20V%5Clg%5Cfrac%7Bc_%7BA%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%7Bc_%7BD%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%20

Unter der Annahme, dass es sich bei der Akzeptor-Halbzelle um eine Standard-Halbzelle handelt und somit auch LaTeX: E_%7BA%7D%5E%7B%20%7D%20%3D%200%2C80%20V ist, kann man die Gleichung weiter vereinfachen:

LaTeX: %20U%20%3D%20E%5E%5Ccirc%20-%20E_%7BD%7D%20%3D%200%2C059%20V%5Clg%5Cfrac%7B1%20mol%2Fl%7D%7Bc_%7BD%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%20

Was nach umformen folgende Gleichung liefert:

LaTeX: %20E_%7BD%7D%20%3D%20E%5E%5Ccirc%20%2B%200%2C059%20V%5Clg%20%7B%7Bc_%7BD%7D%28Ag%5E%7B%2B%7D%29%7D%7D%20

Hiermit lässt sich nun das Elektroden-Potential einer beliebigen Silberhalbzelle berechnen. Die allgemeine Nernst-Gleichung selbst lässt sich aber nur auf thermodynamischem Wege herleiten.

Spezialfälle der Nernst-Gleichung



Wasserstoff-Halbzellen

Betrachtet man zunächst das Redoxpaar Wasserstoff/Oxonium-Ion (Standardwasserstoffhalbzelle) mit der Redoxgleichung

LaTeX: %20H_%7B2%7D%28g%29%20%2B%202%20H_%7B2%7DO%20%5Crightarrow2H_%7B3%7DO%5E%7B%2B%7D%28aq%29%20%2B%202e%5E%7B-%7D

und dem Standardelektrodenpotential LaTeX: E%5E%5Ccirc%20%3D%200, so vereinfacht sich die Nernst-Gleichung wie folgt:

LaTeX: E%20%3D%200%20%2B%20%5Cfrac%7B0%7B%2C%7D059%20V%7D%7B2%7D%5Clg%7B%28c%5E%7B2%7D%28H_%7B3%7DO%5E%7B%2B%7D%29%7D%20%3D%200%2C059%20V%20%5Clg%20c%28H_%7B3%7DO%5E%7B%2B%7D%29%20%3D%20-0%2C059%20V%20pH%20

Denn der pH-Wert ist definiert als LaTeX: -%5Clg%20%20%7Bc%28%20H_%7B3%7DO%5E%7B%2B%7D%29%7D%5E%7B%20%7D_%7B%20%7D .

Gleichgewichtskonstanten

Man kann die Nernst-Gleichung auch umformen und damit die Gleichgewichtskonstante K von reversiblen Redoxreaktionen ermitteln. Die genaue Herleitung wird an dieser Stelle jedoch ausgespart:

LaTeX: %20%5Cln%7B%28K%29%7D%20%3D%20%5Cfrac%7BzF%20%5CDelta%20E%7D%7BRT%7D%20%3D%20%5Cfrac%7Bz%5CDelta%20E%7D%7B0%2C059V%7D

Dieses Ergebnis ist auch sinnvoll, da im Gleichgewicht keine Spannung mehr messbar ist, da kein Konzentrations- bzw. Potentialgefälle (Elektrische Doppelschicht) mehr vorhanden ist, das als Triebkraft für die Redoxreaktionen dienen könnte. Ist die Spannung der Zelle also auf LaTeX: 0%20V abgesunken, so hat sich das chemische Gleichgewicht eingestellt.

Literaturverzeichnis


Tausch, Michael: Chemie SII. Stoff - Formel - Umwelt, Aus: C.C.Buchner, Bamberg 2008, S. 183-188


Meine Werkzeuge